MOMENT MAL ! Aha…

Ich blättere in einer Gratiszeitschrift. Die Abbildung eines Blätterteiggipfels in Originalgrösse  weckt meine Aufmerksamkeit.  Die eine Hälfte ist schattiert mit dem Vermerk: “Für Ihre Zähne versteckter Zucker“. Die Überschrift lautet: “ZEIGEN SIE KARIES – DIE ZÄHNE“.

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Über mein Gesicht zieht sich ein Strahlen. Hier wird anscheinend aufgeklärt, dass auch Auszugsmehl Zahnkaries verursacht. Interessiert lese ich: „Zucker ist in mehr  Lebensmittel als Sie denken. Karies ist die am weitesten verbreitete Erkrankung des Mundraums und tritt in allen Altersgruppen auf. Karies ist jedoch vermeidbar!“ Es wird erwähnt, dass Zucker in Zuckersäure umgewandelt wird und dies die Hauptursache der Zahnkaries ist. Bildlich ist dargestellt, wie viele Würfelzucker 100 Gramm Banane, Müsliflocken und Vollkornbrot enthalten. Aus dem dazugehörigen Text geht hervor, dass auch bei gesunder Ernährung Zahnkaries entsteht. Ein kariöses Gebiss ist demnach des Menschen Schicksal.

Der Verfasser verschweigt oder scheint nicht zu wissen, dassZucker nicht einfach Zucker ist. Aus dem Text ist nicht ersichtlich, dass zwischen natürlichem Zucker und isoliertem Fabrikzucker ein grosser Unterschied besteht. Der natürliche Zucker, synthetisiert durch die Natur, enthalten in Früchten, Gemüse etc. und als Ganzes gegessen, bringt die Wirkstoffe/Vitalstoffe mit, die es zu einem reibungslosen Stoffwechsel braucht. Natürlicher Zucker ist gesund – auch der in der Banane. Anders der Fabrikzucker; er wird durch Fabrikationsprozesse von der Trägersubstanz, meist Zuckerrohr und Zuckerrüben, isoliert. Was bleibt ist eine vitalstofflose Kalorienbombe. Dasselbe gilt für Kohlenhydrate im Auszugsmehl, dem Mehl, das üblicherweise in Backwaren  angeboten wird. Die Wirkstoffe für den reibungslosen Stoffwechsel fehlen. Fabrikzucker und Kohlenhydrate im Auszugsmehl sind ungesund, nicht nur für die Zähne. Der Unterschied zwischen natürlichem Zucker und Fabrikzucker, liegt nicht im Nährstoffgehalt (Kalorien) sondern im für den Stoffwechsel so wichtigen biologischen Wert.

Ich suche nach dem Autor des Textes. Vergeblich!  Auf der nächsten Seite prangt ein Inserat. Es preist als wichtigsten Faktor für die Mundgesundheit die Zahnpflege mit fluoridhaltiger Zahnpasta an. Da will jemand sein Produkt verkaufen! Jetzt vermute ich den Zusammenhang mit der Vorderseite. Verschwindend kleingedruckt finde ich den Vermerk „Publireportage“.  

Publireportage?

Publireportage ist eine Mischung aus einem Inserat und einem redaktionellen Artikel. Sie ist bezahlt durch die Unternehmung, kreiert wie ein Werbeinserat, erscheint jedoch in möglichst ähnlicher Form wie ein redaktioneller Artikel.  Publireportage wird wie folgt definiert (aus ‚marketingcoaching‘): „Klassische Werbung verliert immer mehr an Aufmerksamkeit. Deshalb sind effektvollere Werbemittel gefragt. Die Publireportage (Wortschöpfung aus publicité und Reportage) ist ein Werbemittel, das nicht als solches aussehen soll. Publireportagen sind so gestaltet, dass sie kaum von normalen Redaktionsseiten des Printmediums zu unterscheiden sind und sich oft lediglich durch den Vermerk ‚Anzeige‘ erkennen lassen.“ Ahaaa…               

Julia Emmenegger, ärztlich geprüfte Gesundheitsberaterin GGB

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