MOMENT MAL! Bewegung für starke Knochen

Ein Kursangebot unter diesem Titel steht im Informationsbulletin einer Krankenkasse. Komisch! Wie ist das zu verstehen? Ich lese weiter: “Um sich vor Osteoporose zu schützen oder den Verlauf einer bereits bestehenden Erkrankung zu verlangsamen, eignet sich neben regelmässiger Bewegung ein spezifisches Osteoporoseturnen. Das Angebot vereint ein optimal auf die Bedürfnisse von Osteoporosepatienten abgestimmtes Training mit umfassendem theoretischem Wissen zu einem knochengerechten Lebensstil.“

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Ich verstehe, es wird davon ausgegangen, dass Osteoporose durch Bewegungsmangel entsteht. Bewegung soll Knochen stärken. Was ist ein knochengerechter Lebensstil? Wie ist das bei anderen Organen, die zusammen die Spezies Mensch ausmachen? Gibt es bald Kurse für einen hautgerechten, nierengerechten, herzgerechten, usw. Lebensstil? Der Anfang wird angeboten: umfassendes theoretisches Wissen für einen knochengerechten Lebensstil mit Osteoporoseturnen. Interessant!

Für den Kurs melde ich mich nicht an. Osteoporose entsteht nicht durch Bewegungsmangel. Bewegung ist ein sehr wichtiger Teil der Gesundheitsvorsorge. Osteoporose ist jedoch eine ernährungsbedingte Zivilisationserkrankung. Sie kann  als ‚Rachitis des Alters‘ bezeichnet werden. Ich habe Kinder mit rachitischen Anzeichen als Folge falscher Ernährung und Lichtmangel gesehen. Jahrzehntelange vitalstoffarme Ernährung führt auch zu Störungen im Knochenaufbau. Die Kursausschreibung der Krankenkasse gibt diesen Prozess wie folgt wieder: „Osteoporose ist eine schleichende Knochenerkrankung, bei der im Skelett Knochensubstanz abgebaut und die Struktur der Knochen verändert wird: Sie werden porös, instabil und laufen Gefahr, bei geringer Belastung oder sogar ohne erkennbare Ursache zu brechen.“ Es ist nach Ansicht des Kursauschreibers einfach so! Die Aufklärung sagt weiter:“ Die Wahrscheinlichkeit ab dem 50. Lebensjahr infolge Osteoporose einen Knochenbruch zu erleiden, liegt in der Schweiz bei 51% für Frauen und bei 20% für Männer“. Müssen wir uns mit dieser Tatsache abfinden?   

Erfreuliches! Wir sind diesem Knochenschwund nicht einfach ausgeliefert. Die Stoffwechselstörung, die zur Osteoporose führt, hat die Ursache in einer vitalstoffarmen bzw. vitalstofflosen Ernährung. Unsere Kostform können wir von einem Tag auf den andern ändern. „Lasst die Nahrung so natürlich wie möglich“ ist die Grundaussage des Arztes und Ernährungsforschers Prof. Dr. med. Werner Kollath (1892 – 1970). www.gesundheitsberatung.ch/Wissenschaft. Die Umstellung beginnt im Kopf mit der Überzeugung, dass Osteoporose vermeidbar ist. Der Einkauf bestimmt, was gegessen wird. Kommt das Essen nach dem genannten Grundsatz auf den Tisch, werden nicht nur Osteoporose, sondern alle ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten verhindert oder gestoppt www.gesundheitsberatung.ch/Krankheitsursachen. Gekoppelt mit einer naturgemässen Lebensweise – dazu gehört auch Bewegung – braucht es weder ein spezifisches Osteoporoseturnen noch spezielles theoretisches Wissen für einen knochengerechten Lebensstil.                                                           

Julia Emmenegger, ärztlich geprüfte Gesundheitsberaterin GGB

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